Traumdeutung
Träume – chiffrierte Botschaften an uns selbst Immer schon hat es Menschen gegeben, die sich mit mystischen und unerklärlichen Dingen beschäftigt haben – sei es mit Hellsehen, Wahrsagen oder Traumdeuten. Wer Träume erforscht, stößt allerdings immer wieder an die Grenzen des Erklärbaren. Offensichtlich sind wir im Schlaf „irgendwie andere Menschen“ als im Wachzustand. Bei etlichen naturverbundenen Volksstämmen herrscht sogar der Glaube, dass die Seele im Schlaf den Körper verlässt und bei allzu plötzlichem Wecken nicht mehr zurückfindet. Andere wiederum glauben, dass Träume von höheren Mächten geschickt werden, um uns vor kommendem Unheil zu warnen, damit wir Vorkehrungen für die Zukunft treffen können. Dieser Glaube ist nur zu verständlich – man will eben keine Informationsquelle über die Zukunft ungenutzt lassen. In jüngerer Zeit hat sich eine andere Zunft der Traumdeuter etabliert: die Psychoanalytiker. Seit Sigmund Freud werden Träume als Botschaften aus dem Unterbewusstsein interpretiert, in denen alle Regungen zum Ausdruck kommen, die unsere Vernunft und Moral im Wachzustand nicht zulassen. Auch nach Carl Gustav Jung können sich in Träumen Facetten unserer Persönlichkeit zeigen, die uns im Zustand des Wachbewusstseins nicht zugänglich sind. Die Traumdeutung oder Oneirologie (von griechisch „oneiros“: der Traum) hat also viele Gesichter. Doch bis heute ist der Traum kein eindeutig erklärbares Phänomen. Inzwischen gehört es zum gesicherten, psychologischen Wissen: Jeder Mensch träumt. Aber nur rund 80 Prozent aller Menschen erinnern sich am Morgen an ihre Träume, die sie dann aber im Laufe des Tages auch meist wieder vergessen. „Ein ungedeuteter Traum ist wie ein ungelesenes Buch“, heißt es im Talmud, der heiligen Schrift des Judentums. Der Traum ist sozusagen ein chiffrierter Brief an uns selbst. Daher ist es ganz sicher eine Bereicherung, seinen Träumen auf den Grund zu gehen. Dazu gibt es Experten, die sich mit Traumdeutung beschäftigen und Ihre verborgenen Ängste, Hoffnungen und Wünsche erkennen und richtig interpretieren. Ein wichtiger Tipp: Führen Sie ein Traumtagebuch, in das Sie gleich nach dem Erwachen Ihre Träume eintragen!